Der HERR wird Recht schaffen zwischen den Nationen und viele Völker zurechtweisen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihren Lanzen zu Winzermessern. Sie erheben nicht das Schwert, Nation gegen Nation, und sie erlernen nicht mehr den Krieg.
Jes 2,4
Als ich den Monatsspruch gelesen habe, dachte ich, dass wird jetzt ein Text, den wir alle in den unterschiedlichsten Variationen schon einmal gelesen haben.
Es wird darum gehen, in was für einer krisenhaften Zeit wir doch sind, dass letztendlich aber doch alles in Gott Hand liegt. Es wird darum gehen, dass wir alle Gott nicht verstehen können, dass er aber doch alles gut machen wird.
Es wird vorkommen, dass wir im Gebet solidarisch bleiben sollten und letztendlich ist durch den Text darüber niemanden so richtig geholfen.
Vielleicht ist aber mein Blick auch ein wenig zynisch geworden.
Vielleicht sollte ich mich doch noch einmal diesem Vers und dessen Zuspruch zu wenden und hören wollen und vielleicht verstehen wollen.
Ja, wir haben Krieg auf dieser Welt. Ich denke an die Ukraine und Russland, ich denke an den Nahen Osten, ich denke an die USA, ich denke an den Iran. Ich denke an Bürgerkriege in Mittelamerika, Afrika und Asien.
Ich hab mir extra eine Karte angeguckt und war erschüttert, wieviel Krieg herrscht, der nicht in meinem Kopf aufploppt (Hier einmal ein Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_andauernden_Kriege_und_bewaffneten_Konflikte)
Es gibt eine Menge Krieg und eine Menge Leid! Und ich kann mir nicht vorstellen: was für ein Zuspruch dieser Satz für Menschen in einer solchen Situation sein könnte. Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, wie ungesehen Menschen sich hier fühlen könnten: Der HERR wird Recht schaffen zwischen den Nationen und viele Völker zurechtweisen. Die Zusage: Gott sieht dich und dein Volk in der unterdrückten Situation und er selbst wird die Lanze brechen. Er selbst wird für dich einstehen und dein Gegner zurechtweisen. Das ist doch eine große Zusage und eine große Hoffnung. Das kann Mut verleihen.
Und trotzdem geht der Krieg weiter… Trotzdem sterben Menschen… Trotzdem werden Menschen unterdrückt…
Und hierein spricht der HERR: Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihren Lanzen zu Winzermessern.
Und ich stelle mir vor, dass diese Worte mit bedrückten Herzen gelesen werden, dass Menschen sich fragen, wenn es doch so sein wird, warum dann nicht jetzt?!
Und wenn wir bedenken, wie lange diese Worte schon in der Bibel stehen und, wieviele Menschen diese Worte schon gelesen haben werden und Hoffnung gefunden haben, vielleicht aber auch resigniert haben.
Dann will ich mitfragen: Jesus, warum dann nicht jetzt, warum muss es diesen Krieg geben, warum müssen Menschen sterben, warum kann dieser Moment der Lanzen, die zu Winzermessern werden nicht schon erreicht sein. Wobei wir heute von ganz anderen Waffensystemen sprechen.
Ich habe keine Antwort. Ich kann nicht sagen, dass ist, weil es so ist und Gott hat einen Plan.
Ich verstehe es auch nicht. Ich glaube Gott zu kennen und ich verstehe es auch nicht! Ich will mich in diese Hoffnung stürzen und gleichzeitig will ich mich der Frage anschließen: Warum gehen die Kriege immer weiter?
Myriam Rind